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Almen, Hütten

Ankelalm


Ankelalm

Ankelalm – die bekannte Brotzeitalm am Aufstieg zum Brecherspitz. Viele Wanderer begraben auf der Hütte ihre Absicht, den Gipfel über den Nordgrat zu erstürmen; für etwas unsichere oder ängstliche Personen eine kluge Entscheidung. Nach einem völligen Neubau im Jahre 2018 ist die Ankelalm ab der Saison 2019 wieder geöffnet. Sie macht am 1. Juni auf und schließt am 30. September. Verpflegung gibt es wie gewohnt, also Brotzeiten, Kuchen und allerlei Getränke. Wenn das mal kein Grund ist, die Ankelalm zu besuchen, was denn dann? (Erstbesuch: Juli 2014, letzter Besuch: Sept. 2019)

Wanderrouten
Brecherspitz Nordgrat, Dürnbachgrat
Gebirge, Berg, Lage, Tal
Bayerische Voralpen; Schlierseer Berge; nördlich des Brecherspitz in dem riesigen Ankelkessel; Talort ist Neuhaus/Schliersee.
Hüttentyp, Höhe, Öffentl. Zufahrt
Die Ankelalm ist eine Brotzeitalm, sie liegt auf 1295 m Höhe (sämtliche Beschreibungen nennen 1311 m, ich habe etwas weniger gemessen), eine öffentliche Zufahrt ist nicht möglich. Adresse: Koordinaten: N = 47.683855, E = 11.868615; Geographische Daten: N = 47°41´01.9´´, E = 11°52´07.0´´; UTM-Daten: Z = 32T, E = 715312, N = 5285167; Gauß-Krüger: R-E = 4490242.027, H-N = 5282842.563. Die Wanderstrecke geht auf dem Versorgungsweg von Neuhaus direkt zur Alm. Dort führt der Weg nach links auf den Nordgrat zum Brecherspitz oder nach Westen an der Ehardalm vorbei auf den Dürnbachgrat zur Freudenreichkapelle und letztlich weiter zur Freudenreichalm bzw. zu den Firstalmen. Recht beliebt ist auch der Rundweg über den Nordgrat zum Gipfel und den Westgrat zur Abzweigung auf den Freudenreichgrat mit Abstieg über die Freudenreichkapelle zurück in den Kessel (auch in der anderen Richtung möglich).
Kontaktdaten, Öffnungszeiten, Gastronomie
(ohne Gewähr; es wird dringend empfohlen, Öffnungszeiten bzw. Bewirtschaftung vor der Wanderung aktuell zu erkunden)
Hüttentelefon: Einen Festnetzanschluss gibt es nicht, der Empfang von Mobilfunk ist kaum möglich. Ebenso ist eine Internetseite nicht bekannt.; Internet:
Die Ankelalm hat in der Weidezeit von Anfang Juni bis Ende September geöffnet, am Montag ist Ruhetag. Im Angebot ist die übliche Jausenverpflegung, also Käse, Wurst und Speck in verschiedenen Zubereitungen. Dazu gibt es Milch und andere Getränke; ebenso Kaffee und selbst gebackenen Kuchen. Ein Markenzeichen ist der eiserne Backofen im Freien, in dem die Sennerin stets ihr Brot selbst bäckt. Übernachtungen sind nicht möglich.
Gebäude/Umgebung, Almwirtschaftl. Nutzung
Die Ankelalm ist ein eingeschossiges, völlig neu erbautes Gebäude aus Holz in Form einer Schwalbenschwanztechnik. Es hat die gleichen Ausmaße und auch den gleichen Platz, wie die Vorgängerhütte. Der Eingang mit dem weit überstehenden Dach befindet sich an der westlichen Giebelseite. Dort schließt sich der übliche Vouhaagl an, der in eine Terrasse übergeht. Sie erstreckt sich nach Westen zu einem Wassertrog aus Holz (Achtung nur Viehtränke!) und auch auf die sonnige Südseite der Hütte. Die Bestuhlung direkt am Haus besteht aus massiven Holztischen und -bänken, der übrige Teil ist Biertischbestuhlung. Das Gebäude mit dem angebauten Stall und der Scheune liegt in einer kleinen Mulde am nördlichen, unteren Rand des Ankelkessels. Fernsicht besteht ein paar Meter höher in die phantastische Kulisse des Ankelkessels mit dem mächtigen Brecherspitz und der westlich liegenden Bergkante (Dürnbachgrat) nördlich und südlich der Freudenreichkapelle.
Die Ankelalm (Besitzer: Probst, deshalb heißt sie eigentlich „Probst-Hütte“) hat Jungvieh und einige Schafe im Verbund mit den Tieren zweier anderer Bauern auf den Gemeinschaftsflächen im riesigen Ankelkessel stehen. Auch einige Hühner laufen herum. Sie haben die liebenswerte Eigenschaft, geduldig unter den Tischen neu ankommender Gäste zu warten, ob ein paar Brotkrümel für sie abfallen.
Anmerkungen
Die Ankelalm ist wohl eine der bekanntesten Brotzeitalmen nicht nur in den Schlierseer Bergen. Das liegt zum einen daran, dass man auf einer guten Versorgungsstraße problemlos zu ihr aufsteigen kann. Zum anderen liegt sie in einer prächtigen Bergkulisse. Dazu zählt auch der Reiz zweier anspruchsvoller Aufstiege auf den Brecherspitz bzw. auf den Dürnbachkopf, auch wenn man diese Absicht auf der Alm kurzfristig begraben hat. Letztlich trägt zum guten Ruf auch die ausgezeichnete Bewirtung bei. Sie wird diesem Ruf allemal gerecht. Die Portionen sind groß, stets frisch und schmecken hervorragend. Die junge, hübsche Almerin ist freundlich und flott in der Bedienung. Sie ist sicher auch bereit, den Gästen allerlei sonstige Auskunft zu erteilen. Allerdings wird ihr die Zahl der hungrigen und durstigen (und gelegentlich ungeduldigen) Besucher dazu oftmals keine Zeit lassen. Ich denke, den Ruhetag am Montag hat sie sich redlich verdient. Zudem hält sie die Betreuung der Tiere ordentlich auf Trab. In diesem Jahr (2019) ist das allerdings kein rundum guter Almsommer. Eine abgehende Gerölllawine tötete eine ihrer Kalbinnen. Ich glaube, den wunderschönen Neubau der Hütte nehmen viele Wanderer mit Freude und Bewunderung zur Kenntnis. Es ist eine besondere Maßnahme für den sanften, nachhaltigen Tourismus, durchgeführt in Liebe und Verantwortung für die alpine Kultur. Jedenfalls kann man den Eigentümern dafür großen Respekt aussprechen und ihnen vielmals danken.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 24.10.2019